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Wanderwoche

Wanderwoche auf dem Heidschnuckenweg

Den nördlichen Teil der Lüneburger Heide haben wir bereits recht intensiv erwandert. Doch der südliche Teil von Soltau bis Celle ist den meisten von uns noch ziemlich unbekannt. Das soll sich jetzt ändern: Vom 2. bis 9. September 2020 werden wir diesen Teil des Heidschnuckenweges von Ort zu Ort ca. 110 km in sechs Tagesetappen von 14 bis 21 km wandern. An- und Abreise in unseren Pkw, organisierter Gepäcktransport, Unterbringung in Hotels oder Gasthöfen inkl. Frühstück. Der Preis ist 525 € im DZ und 665 € im EZ. Dazu kommen noch Kosten für die Abendessen, Fahrkostenbeteiligung für An- und Abreise sowie ca. 20 € für Taxis, da wir wegen der Größe der Gruppe in zwei Orten zweimal übernachten. Anmeldungen bitte bis Ende März 2020.

Richard Krumm, Telefon 04102-697336

 

Bericht über die Wanderwoche 2019 auf Sylt:

»Du bist Orplid, mein Land, das ferne leuchtet … «
Bericht über die Wanderwoche auf der Insel Sylt

Sylt-P1310467-Braderuper HeideWer durch die Braderuper Heide auf Kampen zuwandert, dem entgehen nicht die zahlreichen Hinweistafeln auf Persönlichkeiten jeglicher Couleur, die in engem Zusammenhang mit Sylt stehen – insbesondere Kampen –, sei es direkt, weil sie hier lebten oder arbeiteten, oder indirekt wegen ideeller Nähe. So der Lyriker Eduard Mörike (1804 – 1875), der nie hier war, der vielleicht nie ein Meer gesehen hat, dessen Phantasie-Insel Orplid aber Sylt sein könnte. So sieht es jedenfalls der Schriftsteller Paul Weymar, der in Kampen bis zu seinem Tode im Jahr 1971 lebte.

Sylt-P1310482-BraderupMit der Wanderung von Wennigstedt, wo wir unser Stammquartier für die Sylter Tage hatten, durch die traumhafte Heide-Landschaft über Kampen nach Braderup begann die Wanderwoche 2019, die uns an acht Tagen die Insel nahebrachte. Über und über waren hier die Flächen zwischen den Dünen eine einzigartige Farb-Symphonie in lila: für Augen und Seele ein reiner Balsam. Dazu kamen die mächtigen Hortensien in den vielfältigsten Farben, die fast alle Vorgärten der prachtvollen Reetdachhäuser zieren. Eine Einkehr in der legendären ›Kupferkanne‹ ist quasi Pflicht. Wir haben Kaffee und Kuchen sehr genossen.

Sylt-P1310734-Rotes KliffEin weiterer Weg nach Kampen führte durch Dünen oben am Roten Kliff vorbei und über die Uwedüne. Das Rote Kliff ist eine ca. 30 m hohe Steilküste auf der Westseite der Insel zur offenen See hin; es ist geprägt von starken Abbrüchen durch Sturmfluten in vergangenen Jahrzehnten. Weiter östlich gelegen erkundeten wir die Uwedüne, die mit gut 50 m Höhe der höchste ›Berg‹ der Insel Sylt ist. Man kann sie über eine lange Treppe betreten und wird belohnt mit einer sagenhaften Aussicht.

Sylt-P1310501-Kirche MorsumSylt-P1310512-Morsum-KliffMit der Kirche St. Martin in Morsum, dem Morsum-Kliff, sowie Keitum mit der Kirche St. Severin standen weitere Höhepunkte auf unserem Programm. Die beiden Kirchen ähneln sich sehr. Sie wurden im Jahre 1240 erstmals urkundlich erwähnt. Während St. Severin in Keitum von einem Kirchturm ›gekrönt‹ wird, fehlt dieser in Morsum. Dafür steht etwas abseits der Glockenstuhl, als Glockenstapel benannt. Das Naturschutzgebiet Morsum-Kliff bewunderten wir von oben und vom Ufer aus. Es ist geologisch besonders interessant und einmalig, weil sich hier mehrere Erdschichten vereinen, die zwischen drei und acht Millionen Jahre alt sind. Die einzigartige Landschaft um das Kliff herum bietet eine große Vielfalt an Flora und Fauna mit Heide und Wiesen und dem Weltnaturerbe Wattenmeer. Eine verdiente Kaffeepause in Keitum sowie ein Bummel durch den Ort beendeten einen langen Wandertag.

Sylt-P1310602-Hörnum-WattseiteSylt-P1310624-HörnumMit zwei Touren in und um Rantum sowie Hörnum hatten wir die südlichen Teile von Sylt erobert. Der Rundweg durch Hörnum führte über den Hafen, die Promenade, am Leuchtturm vorbei in die herrliche Heide- und Dünenlandschaft, wobei es äußerst merkwürdig anmutet, dass die Bebauung mitten hinein in diese naturgeschützten Gebiete reicht. Wirklicher Naturschutz sieht anders aus. Neben dem Leuchtturm ist die moderne St.-Thomas-Kirche mit ihrem markanten segelähnlichen Turm ein weithin sichtbares Wahrzeichen.

Sylt-P1310842-RantumSylt-P1310910-RantumSylt-P1310867-Puan Klent-WattseiteRantum liegt zwischen Watt und offener Nordsee. Im Ortsprospekt heißt es: Rantum ist Sylts schmale Taille. Es gilt als idyllisches Inseldorf in den Dünen. Und hier ›versteckt‹ es die berühmte, legendäre Sansibar, auch bezeichnet als ›Sehnsuchtsort Gourmet Hütte‹. Die Bretterbude macht äußerlich nicht viel her; drinnen wird’s gemütlicher, draußen herrscht vormittags schon Andrang, abends wird’s total überfüllt sein … man muss hierher, wenn man dazugehören will … Wir hatten (leider) keine Zeit und wanderten weiter durch die Dünen zur Wattseite, dem Kontrastprogramm mit unendlicher Weite und Ruhe – und erreichten Puan Klent, das Hamburger Schullandheim. Dort hatten wir Zeit … für eine kleine Rast.

Sylt-P1310788-Strand nach WesterlandSelbstverständlich stand auch der Insel-Hauptort Westerland auf dem Programm. Den Hinweg von Wenningstedt aus nahmen wir an der Wasserkante (gut zu gehen bei Ebbe), der Rückweg führte ›oben‹ auf der Promenade, durch Nebenstraßen und kleine Wäldchen. Der Ort ist ja nicht gerade ein Juwel, entweder man schließt sich der allgemeinen Geschäftigkeit an und durchstreift Straßen und Geschäfte oder genießt in einem Gartenlokal seinen Kaffee. Ein Besuch der Kirche St. Nikolai ist eine weitere Alternative; und dort erlebt man eine echte Überraschung: sind doch die besonders farbenprächtigen Glasfenster in der Apsis Werke des Großhansdorfer Künstlers Siegfried Assmann.

Sylt-P1310693-ListIm Norden der Insel liegt List, die nördlichste Gemeinde Deutschlands. Auf einem Rundweg über einen relativ neubefestigten Deich kamen wir vom Hafen aus bis zur Jugendherberge Mövenberg und von dort über einen Dünenweg in den Ort zurück.

Sylt-P1310980-EllenbogenZum Ende unserer Wanderungen über die Insel Sylt waren wir erneut ganz nördlich: Wir umwanderten – als krönenden Abschluss – den Lister Ellenbogen. Es bot sich letztmalig Gelegenheit, die besondere Stimmung – auf der einen Seite das offene Meer und auf der anderen die mächtige Dünenlandschaft – in uns aufzunehmen. Wir konnten sowohl die zwischen Römø und List verkehrenden Fährschiffe beobachten als auch hin und wieder die beiden Leuchttürme erspähen. Und dann gab’s als letztes Extra noch eine Wattwanderung durch den Königshafen. Damit endgültig: Adieu Sylt!

Abschließend eine Anmerkung nicht nur für Fans von Udo Lindenberg: ganz wunderbar hat er die Besonderheit der Landschaft und der Menschen in seinem Song ›Hoch im Norden‹ eingefangen; es lohnt, den Text zu lesen bzw. den Song zu hören.

Am Ende unserer Wanderwoche nach ca. 125 km Streckenverlauf kommen wir auf das eingangs genannte Phantasie-Land Orplid zurück und konstatieren: ja, das muss Sylt sein!

Gesang Weylas

Du bist Orplid, mein Land!
Das ferne leuchtet;
Vom Meere dampfet dein besonnter Strand
Den Nebel, so der Götter Wange feuchtet …

Hans-Jürgen Sund

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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